Sizilienreise 2012
Konzertreise von Big Band und Chor der KS Rychenberg (21.-29. 4. 2012)
Unsere 49-köpfige Gruppe flog am 21.4. in der Frühe Richtung Catania los und wurde - dort angekommen – angenehm von einer mediterranen Wärme überrascht. Unsere lokale
Reiseführerin wartete bereits auf uns und so fuhren wir schon bald mit dem Car Richtung Nordküste. Nach einer Besichtigung des normannischen Städtchens Cefalù kamen wir in unserem Hotel an. Doch der Tag war noch nicht zu Ende, denn wir spielten und sangen am selben Tag noch in der Kirche von Petralia Sottana, wo wir zuerst mit dem einheimischen Coro Polifonico delle Madonie einen Abendgottesdienst und daran anschliessend ein Kurzkonzert im Dom gestalteten. Auch die Dorfjugend Petralias war ausserordentlich begeistert von uns und so bestehen noch immer Kontakte zwischen ihnen und einigen von uns. Nach dem Gottesdienst gab es für alle Mitwirkenden ein kleines Festessen „alla siciliana“.
Wir verbrachten die ersten vier Tage in einem Hotel in Campofelice 80 km östlich von Palermo. Jeden Abend gab es ein Kräftemessen auf dem Fussballplatz zwischen den Teams „Big Band“ und „Chor“ bei herrlichem Wetter und selbst der Pool und das Meer waren nicht sicher vor uns.
Am Sonntagmorgen waren wir in der wunderschönen Barockkirche „San Francesco Saverio“ in Palermo zu Gast, wo wir zusammen mit dem als Anti-Mafiaaktivisten weithin bekannten Pfarrer Don Cosimo einen für alle Teilnehmenden eindrücklichen Gottesdienst mitgestalteten. Am Montag stand ein Ausflug zum Bergstädchen Erice und zum Tempel von Segesta auf dem Programm. Unser wohl tollstes Konzert fand am Dienstag im „Liceo Classico Vittorio Emanuele“ direkt bei der Kathedrale in Palermo statt. Antonio De Caro, ehemaliger Lateinlehrer am Rychenberg, empfing uns an seiner Schule und präsentierte uns in der Aula einer begeisterungsfähigen Schülerschaft. Nach dem gemeinsamen Mittagessen führten wir auf dem Platz vor der Kathedrale ein erstes Mal unser Strassenmusikprogramm auf.
(Gian Pozzy)
Früh mussten wir am Mittwoch unsere Koffer packen und die Sauordnung im Zimmer beseitigen, um dann alles im Car zu verfrachten. Nach einer längeren Fahrt mit spannenden Infos über Landschaft und Kultur kamen wir um die Mittagszeit im Tal der Tempel nahe der Stadt Agrigent an. Nach einer kleinen Führung durch das zugehörige archäologische Museum schlenderten wir von Tempel zu Tempel durch das Tal - was eher ein Grat war - von dem man eine herrliche Aussicht bis zum Meer hinunter hatte. Wir genossen die Sonne und assen unser Picknick am Ende des Tals unter wunderschönen Pinienbäumchen. Auf dem Weg ins zweite Hotel in Letojanni wurde unser Car von der Polizei aufgehalten, welche während einer halben Stunde alles kontrollierte. Schliesslich bemerkten sie das Fehlen eines Nothämmerchens, wofür dann auch eine 80 € Busse ausgestellt wurde. Am neuen Ort angekommen, waren alle begeistert von der tollen Aussicht und den schönen Zimmer. Beim Abendessen freuten wir uns über das feine Buffet mit vielen Köstlichkeiten und nach dem Essen nutzten wir den Abend, um ein wenig zu schwatzen und zu tanzen in der Hotelbar.
Das Beste am nächsten Morgen war wahrscheinlich die Frisch-Press-Orangensaft-Maschine am grossen Frühstücksbuffet, die wir ausgiebig nutzten. An diesem Tag fuhren wir nach Syrakus und besichtigten die Ausgrabungsstätte „Neapolis“. Im „Ohr des Dionysos“ sangen wir in einer kathedralhaften Akustik „Tebe Poem“ mit einer Improvisation unseres Saxophonisten Jonas.
Im Inselstädtchen Ortygia hatten wir Zeit, unser Mittagessen zu verspeisen und den Blick aufs Meer zu geniessen. Bald aber schon ging es weiter nach Noto, wo wir die barocke Hauptstrasse bewunderten, Strassenmusik machten und Glace schleckten. Am Freitag ging es dann hoch zum Aetna, welcher sich uns schon die ganze Woche mit immer wechselnden Rauchfahnen zeigte. Nach einer ziemlich kurvigen Carfahrt zur Talstation auf 1800 m.ü.M., einer Fahrt mit dem Seilbähnchen auf 2600 m.ü.M. und einer wackeligen Fahrt durch die Lavalandschaft mit einem monströsen Shuttlebus erreichten wir unser Ziel unterhalb der Spitze des berühmten Vulkans auf 3030 m.ü.M.. Nach Tagen mit warmen Temperaturen war es schon seltsam, eine Schneeballschlacht zu machen und die Jacke bis zur die Nasenspitze zuziehen zu müssen. Die Hände konnten wir aber am warmen Vulkangestein aufwärmen. Die eindrücklichen Bilder vom rauchenden Vulkan und der Aussicht über einen grossen Teil von Sizilien werden uns bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben.
In Taormina, dem berühmten Städtchen am Fuss des Aetna, hatten wir Zeit, um ein bisschen zu „lädelen“ und etwas Leckeres zu essen. Am späteren Nachmittag war es wieder mal Zeit für ein bisschen Strassenmusik, doch wurden wir bald von einheimischen Konkurrenten übertönt und mussten den Platz räumen. Dafür besichtigten wir noch das griechische Theater, wo der Chor natürlich die berühmte Akustik ausprobierte.
Nach dem Abendessen im Hotel genossen wir die Zeit zusammen in der Bar und feierten Rebeccas 18. Geburtstag.
Den Samstag verbrachten die meisten am Strand um noch einmal das Meer und die Sonne zu geniessen. Am späteren
Nachmittag ging es nach Messina wo wir im Dom ein letztes Mal einen Gottesdienst und ein Kurzkonzert gestalteten. Am Abschlussabend waren wir in der Hotelbar wo sogar ein Zauberer Tricks vorführte und Chormitglieder zersägte. Die meisten jedoch waren für Disco- Fox zu begeistern. Die Bigband gab noch ein letztes Mal alles und Mario und Jürg Rüthi zeigten uns ihre Singkünste mit „Louenesee“. Nach einem sehr gelungenen Schlussabend begaben wir uns in unsere Betten, weil wir am Morgen gleich nach dem Frühstück losfahren mussten um unseren Flieger Richtung Zürich zu erwischen.
Immer wieder kommen einzelne Szenen und Bilder von dieser wunderschönen Reise in mir hoch, und ich denke, dass sie auch noch lange in uns allen nachklingen werden. Die super Stimmung in der Gruppe, die lustigen Momenten, die musikalischen Erlebnisse und Begegnungen, die schöne Landschaft, die hübschen Städtchen (und einige Ohrwürmer)... All dies und mehr durften wir in diesen Tagen geniessen
(Maureen Zollinger)
Maureen Zollinger, Gian Pozzi, 6. Mai 2013
|